Das europäische Erasmus+-Projekt „European Future“ zum Thema Nachhaltigkeit ist erfolgreich in die zweite Runde gegangen. Nach dem Auftakt im Oktober 2025 in Frechen trafen sich die Projektpartner vom 17. bis 24. April 2026 im zyprischen Limassol, um ihre Zusammenarbeit fortzusetzen.
Erstmals reisten acht Schülerinnen und Schüler der Höheren Handelsschule sowie des Wirtschaftsgymnasiums des Nell-Breuning-Berufskollegs gemeinsam mit ihren Koordinatoren Gerrit Kolbe und Marc Hempel zur neuen Partnerschule „C Technical and Vocational School of Education and Training“. Ergänzt wurde die Gruppe durch neun Teilnehmende der bulgarischen Partnerschule „Professional High School of Tourism Asen Zlatarov“ aus Plovdiv.
Das von der EU finanzierte Erasmus+ – Projekt „European Future“ wurde bereits 2019 ins Leben gerufen und hat seitdem mehrere internationale Austauschphasen durchlaufen. Nach zwei Durchgängen mit einer ungarischen Schule, die inzwischen aus personellen Gründen ausgeschieden ist, wurde im Oktober 2025 die zyprische Schule als neuer Partner gewonnen.
„Wir haben schon im Oktober in Deutschland gemerkt, wie gut die Zusammenarbeit zwischen den drei Schulen und ihren Teilnehmern harmoniert und sind daher mit hohen Erwartungen nach Limassol gefahren. Diese wurden bei weitem übertroffen“, betonte Koordinator Gerrit Kolbe. Besonders die Herzlichkeit, Motivation und Gastfreundschaft der zyprischen Gastgeber hätten dazu beigetragen, dass alle Jugendlichen von einem intensiven und gewinnbringenden Seminar profitieren konnten.
Im Mittelpunkt des Treffens stand das Thema Nachhaltigkeit mit dem Schwerpunkt „Fast Fashion“. Bereits am ersten Seminartag setzten sich die Schülerinnen und Schüler kritisch mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinander und analysierten die negativen Auswirkungen der Textilindustrie auf Umwelt und Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern. Zudem wurden alternative Konsummodelle wie die Circular Economy diskutiert, die insbesondere auf Müllvermeidung und Wiederverwertung abzielt.
Am zweiten Seminartag, gestaltet von der „Waves Foundation for Global Education“, berechneten die Teilnehmenden ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck. In Gruppenarbeiten untersuchten sie Ursachen und Folgen von Problemen rund um Fast Fashion und diskutierten in einem Rollenspiel die Verteilung des Verkaufspreises eines T-Shirts entlang der Lieferkette – vom Baumwollbauern bis zum Einzelhandel. Die tatsächlichen Anteile sorgten dabei für große Überraschung und Betroffenheit.
Abschließend entwickelten die Schülerinnen und Schüler Informationsposter, die über die Problematik von Fast Fashion aufklären und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Diese sollen künftig in allen drei Partnerschulen ausgestellt werden.
Neben der inhaltlichen Arbeit kam auch der interkulturelle Austausch nicht zu kurz. Auf dem Programm standen unter anderem eine Besichtigung der Altstadt von Limassol sowie ein Ausflug in die Hauptstadt Nikosia. Dort besuchte die Gruppe das Leventis Municipal Museum, das über die bewegte Geschichte der drittgrößten Mittelmeerinsel informiert, und wurde durch die Stadt bis zur sogenannten Green Line geführt, die die Insel nach der Besetzung 1974 bis heute teilt. Gemeinsame Abendessen boten zusätzliche Gelegenheiten, Kontakte zu vertiefen und neue Freundschaften zu schließen.
Die Teilnehmer zogen ein positives Fazit: „Es war eine interessante und großartige Erfahrung. Wir haben unsere schon in Deutschland geschlossenen Freundschaften intensivieren können und freuen uns nun sehr auf das abschließende Projekttreffen in Plovdiv im September 2026.“, so eine Schülerin.















